Beliebte Irrtümer

“Freiburg wächst von innen heraus”

OB Horn in Opfingen am 28.11.2018: Freiburg sei eine junge Stadt, die von innen her wachse und normal verdienenden jungen Familien Wohnraum bieten müsse. Alles andere sei wirtschaftsschädlich.

Die Behauptung der Stadt lautet: Freiburg wächst aus sich selbst heraus, aufgrund seines Geburtenüberschusses.
Die Realität sieht anders aus: Im Zeitraum 2009 bis 2017 gingen bei der Bevölkerungszunahme 81 Prozent auf das Konto des Wanderungsgewinns (Zugezogene minus Weggezogene), dagegen waren lediglich schlappe 19 Prozent auf den Geburtenüberschuss zurückzuführen (Quelle: Statistisches Jahrbuch 2017, Stadt Freiburg).

 

“Freiburg wächst, deshalb brauchen wir Dietenbach”

Drucksache G-18/114, Anlage 1, S. 20 (Stand 2016):
“Aktuelle Studien und Prognosen  von Statistischem Bundes- und Landesamt gehen davon aus, dass das starke Wachstum in den nächsten Jahren anhalten wird, bevor die Zuzüge durch die Veränderung der Bevölkerungsstruktur und letztendlich mangelnde Flächenverfügbarkeit abnehmen werden … Die Bevölkerungsvorausrechnung 2014 der Stadt Freiburg i. Br. beschreibt bis 2030 in drei Prognosevarianten einen weiteren Anstieg der Bevölkerung mit Zuwachsraten zwischen 8,5 % und 18,3 %. Diese Prognose legt eine aktualisierte, wahrscheinliche Bautätigkeit zu Grunde. Der Bau eines neuen Stadtteils wurde in dieser Vorausrechnung entsprechend bereits berücksichtigt.

Also ganz langsam zum Mitdenken:
1. Schritt: Es wird beschlossen, den neuen Stadtteil Dietenbach für 15.000 Menschen zu bauen
2. Schritt: Unter dieser Prämisse erstellt die Stadt Freiburg eine Bevölkerungsprognose  2014-2030, mit dem Ergebnis: bis 2030 wird die Bevölkerung um 27.000 Menschen zunehmen
3. Schritt: Mit dieser Prognose wird in den Folgejahren die Notwendigkeit für den Bau des Stadtteils begründet.

Bauen erzeugt Wachstum. Und nicht etwa umgekehrt (weil wir so schnell wachsen, müssen wir bauen).

Und das ist so gewollt.

 

 

“Emotionen”

Ab und zu äußert jemand, wir ließen uns von Emotionen leiten, anstatt auf der Grundlage von Sachargumenten zu entscheiden. Emotionen seien schlecht, seien “falsch”, Sachargumente seien “richtig”. So einfach. Da kommt man ins Grübeln. Gibt es denn Leben, eine Entscheidung ohne Emotion? Was würde passieren in einer Gesellschaft, die völlig emotionslos entscheidet?

“Wenn alles fühlt, dann ist die Richtung klar, in der wir unsere Gesellschaft radikal ändern müssen: Hin auf eine Gegenseitigkeit mit allen anderen Wesen.” mehr darüber von Andreas Weber, Philosoph und Biologe …